Blauweißschwarzgelbe Rivalität

Der gemeine Schalker ist endlich wieder unter den Lebenden angekommen! In der Uni gab es eine wichtige Prüfung, die mich komplett aus dem sozialen Leben gerissen hat. Ohne Internet hätte ich nichts mehr von außen mitbekommen. Man merkt das vor allem am Mangel von Posts im Blog, aber das war ja auch angekündigt.

Blöd nur, dass genau das Spiel meiner höchsten Domäne in die Vorbereitungszeit zur Prüfung fiel. 2 Tage nach dem Derby fand die Prüfung statt, dabei hatte ich mir eigentlich beim Start des Blogs so etwas wie eine Projektwoche vorgestellt. Schade. Nun ist die Prüfung aber überstanden und alles ist wieder gut. Ich war sogar im Stadion und muss sagen, dass ich mit dem Abschied Raúls stärker kämpfen muss, als mit dieser Niederlage. Meine (und vermutlich auch die vieler Anwesender) Erwartungen vor dem Spiel (vor allem in Anbetracht der Nürnberg-Klatsche) waren in etwa Folgende: „Achduscheiße, bloß nich abschlachten lassen! Mit nem Punkt können wir so glücklich sein!“
Manchmal ist es schön, wenn Erwartungen enttäuscht werden. Man konnte sehen, dass man es mit dem vielgelobten Nachbarn aufnehmen kann. Endlich mal wieder ein Derby, wie es sein soll! Nach anderthalb oder sogar zwei Jahren. Es wurde genug über das Spiel geschrieben, aber erwähnt werden sollte im Derbykontext noch folgendes:

Wir alle lieben unsere Rivalität. Keine Frage. Schalke ohne Dortmund und Dortmund ohne Schalke wäre unvorstellbar. Die Bindung an den Nachbarn ist viel inniger, als man es glauben mag. Das klingt so paradox… Eine Rivalität lieben. Ich glaube, genau aus diesem Grund sind wir auch recht froh, dass nicht die Bajuwaren die Schale gewinnen. Irgendwo steckt da sicher die Liebe zur Rivalität drin. Aber! Was absolut gar nicht geht, ist der Umgang mancher mit dieser Rivalität! Was beim Derby passiert ist, ist nicht nur geschmack- sondern pietätlos und zeugt von mangelnder Moral in Kopf und Herz der Beteiligten. Kurze Erläuterung:

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute zu Ehren des kürzlich verstorbenen Schalker Meistertorwarts Manfred Orzessek. Es war mucksmäuschenstill in der Arena und nur aus den Lautsprechern kamen einige Worte über den Verschiedenen. Plötzlich tönen aus der Stehplatzkurve der (ich sage den Begriff nicht oft, aber hier passt er) Schwachgelben die bekannten Worte: „Tod und Hass dem S04.“
Mal abgesehen davon, dass ich diese Parole ohnehin abscheulich finde, gibt es keinen unangebrachteren Moment als diesen, um sie mit Inbrunst rauszubrüllen. „Bekackte Desperados“ sagte ein befreundeter Schwarzgelber nur und reduzierte damit meine Wut nur wenig.

Weiter… Ich saß in Block 51, ganz, aber auch wirklich GANZ oben. Erste Reihe sozusagen. Eingeschränkte Sitzmöglichkeit. Ganz in der Nähe des Dortmunder Sitzplatzblocks. Und man konnte beobachten, wie sich die Fans weniger über den eigenen Erfolg, als vielmehr über den Misserfolg unserer Mannschaft freuten. Das mag natürlich am Sieg über Schalke liegen, andererseits beobachte ich das hier schon länger. Gegen Fürth, gegen Düsseldorf und vor allem gegen Bayern, als Robben einen miesen Tag hatte, ging es genau so. Das ist einfach unsportlich und furchtbar herablassend und einer Top-Mannschaft Europas absolut nicht würdig. Schade, denn sonst hätte man sportlichen Erfolg UND Ehre im tiefen Westen Deutschlands sicher.

Auf der anderen Seite entstehen dann auch solche Videos, wo zehn Minuten am Stück gezeigt wird, wie Jermaine Jones in der 82. Minute unserem Lieblings-Kevin beinahe die Beine bricht. Das Foul war schlimmer, als es aus der ersten Reihe aussah und hätte echt übel ausgehen können. Naja, gut. Zum Derby ist halt alles ein bisschen anders. Dennoch sollten sich mal alle bewusst werden: Fußball ist der geilste Club der Welt, unser aller kleinster gemeinsamer Nenner. Die Rivalität liebe ich trotzdem.

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Eine Antwort to “Blauweißschwarzgelbe Rivalität”

  1. Was Derby aus Menschen macht « Der gemeine Schalker in Dortmund Says:

    […] 14.4. diesen Jahres konnte ich also Sozialstudien anstellen. Wie schon erwähnt in der obersten Reihe, mit bester Sicht. Links neben mir der Vater, rechts neben mir ein altes […]

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