Durchatmen!

Freunde. Es gab hier keine Spieltagsberichte in der letzten Zeit, weil es davon erstens schon furchtbar viele gibt, weil zweitens die Spiele an sich nicht das eigentliche Thema des Blogs sind, das ich Gefahr laufe, ein wenig aus den Augen zu verlieren, und weil ich drittens viel um die Ohren hatte.

Du kennst das ja. Das Praktikum läuft. Die Schwiegermutter heiratet. Der Vogel stirbt. Die Katze sitzt im Kochtopf. Alles will bewältigt sein. Und nebenbei wollen noch miese Spieltage verarbeitet werden. Nicht so schlimm. Eine alte Regel von früher, als man noch den Kicker in der Bio-Doppelstunde auswendig gelernt hat, lautet ohnehin: Sieh dir die Tabelle erst nach den Herbstferien das erste Mal an! Dementsprechend unregelmäßig wird auch heute noch die Kicker-Stecktabelle, die auf dem Klo hängt, aktualisiert.

Ein kurzes Fazit zur momentanen Verfassung der Mannschaft verkneife ich mir deshalb noch, auch wenn ich durch die aktuellsten Ereignisse natürlich leicht verärgert bin. Einfach zu uneindeutig ist das, was da mit den Blauen derzeit passiert. Die Düsseldorf-Partie ist dafür Sinnbild: Erste Hälfte Leckmichfett! Zweite Hälfte Leckmichamarsch!

Wenig uneindeutig ist das Geschehen in der anderen Stadt. Ich komme vom Bayern-Spiel nach Hause, am Hauptbahnhof hier gehe ich die Treppe hinunter. Mein Trikot blitzt aus der Brust meines offenen Kapuzen-Zippers heraus. Ich werde natürlich angepöbelt. Am helligten Nachmittag. Nicht von BVB-Fans, die sauer waren über ihre Niederlage des Tages. Es sind Leute, die aus dem palatal-frikativen „Ich“ regelmäßig ein postalveolar-frikatives „Isch“ zaubern, so wie ich das immer tue, wenn ich beispielsweise lautmalerisch den Schlag gegen eine Wand imitiere. Längst an mir vorbei – ich ging die Treppe hinunter, sie fuhren die Rolltreppe hinauf – brüllten sie noch aus weiter Ferne, dass ich doch meinen Pullover ruhig ausziehen solle. Wieso, das war mir ein Rätsel. Mich erkennt hier doch jeder, schon wenn es nur am Kragen königsblau leuchtet.

Ansonsten bin ich einfach nur froh, dass die Bundesliga läuft. Es ist schon verrückt… Ein sportliches Ereignis gehört so für mich zum Alltag, dass in meiner Woche eine Lücke klafft, wenn das Ereignis pausiert. Bin ich schon so alt, dass ich nur in meinen festgefahrenen Abläufen überleben kann? Nein, so schlimm nun auch wieder nicht.

In knapp zwei Wochen steigt mal wieder das Derby im Puma-Käfig. Ich war noch nie dort. Es wird meine Premiere sein. Vermutlich wird es laut.
Ich frage mich wirklich ernsthaft, wie man in Dortmund bei diesem Spiel zum Auswärtsblock kommt, wenn man aus Dortmund kommt. Ich werde berichten!
Bis dahin schaue ich Fußball. Und atme noch mal durch.

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Eine Antwort to “Durchatmen!”

  1. Carlito Says:

    “ Die Düsseldorf-Partie ist dafür Sinnbild: Erste Hälfte Leckmichfett! Zweite Hälfte Leckmichamarsch!“

    Schön gesagt! 🙂

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